The House with a Clock in Its Walls – Kritik

The House with a Clock in Its Walls - Kritik

Ausgerechnet von Eli Roth kommt die Adaption von John Bellairs’ gleichnamigen Roman The House with a Clock in Its Walls. Jener Regisseur, der sich im Kino vor allem durch zügelloses Blutvergießen einen Namen gemacht hat und zuletzt Bruce Willis durch ein Remake von Michael Winners Rache-Thriller Death Wish manövrierte, bringt nun einen Kinderfilm ins Kino. Ein Wechsel, der an die Karriere von Robert Rodriguez erinnert, der mit seinem Schaffen seit einiger Zeit schon zwischen der höchsten und der niedrigsten Altersfreigabe schwankt. Ein interessanter Schritt also, mit dem sich Eli Roth als Filmemacher neu positioniert, ganz zu schweigen davon, dass er im Zuge von The House with a Clock in Its Walls mit seinem bisher größtes Budget arbeiten darf. 40 Millionen Dollar kostete die Umsetzung des fantastischen Stoffs, der in ein magisches Haus voller verborgener Winkel entführt. Leider verirrt sich der Film dabei zu sehr in seiner Kulisse und driftet zunehmend von seinen Figuren ab.

In Anbetracht der prächtigen Kulisse, die dieses Haus der geheimnisvollen Uhren birgt, ist diese Versuchung durchaus nachvollziehbar. Neugierig gleitet die Kamera durch die Gänge und entdeckt unheimliche Bewegungen, die auch dem Waisenjungen Lewis (Owen Vaccaro) Angst einjagen. Dieser ist neu im Haus seines Onkels Jonathan (Jack Black) und muss feststellen, dass das letzte lebende Mitglied seiner Familie ein Hexenmeister ist. Auch die Nachbarin Florence Zimmerman (Cate Blanchett), die als Dauergast durch die tickenden Wände wandelt, verfügt über übernatürliche Kräfte – und dann wäre da noch der Name eines gewissen Isaac Izard (Kyle MacLachlan), der unheilvoll über den Geschehnissen schwebt. All diesen eigenwilligen Figuren schenkt Eli Roth jedoch nur bedingt Aufmerksamkeit und reduziert sie auf Stereotypen. Viel mehr interessieren ihn die gruseligen Kürbisse im Vorgarten sowie ein mit unheimlichen Puppen gefüllter Raum, der besser nie geöffnet worden wäre.

Eine gewisse Faszination für den Horror von Eli Roths früheren Filmen lässt sich auch in The House with a Clock in Its Walls ausmachen, wenngleich er den Kompromiss am ehesten in einer von Tim Burton und Guillermo del Toro inspirierten Inszenierung sucht, ohne jedoch eine vergleichbare Bildsprache zu erreichen. Besonders der Spagat zwischen den deutlich erwachseneren Elementen und jenen, die sich an ein jüngeres Publikum richten, will ihm nicht gelingen. Kaum wurde ein atmosphärischer Moment heraufbeschwört, wird dieser auf denkbar unglückliche Weise mit einem albernen Witz gebrochen. Eli Roth mangelt es an Konzentration und Feingefühl, um sich auf die Magie einzulassen, die er im Verlauf des Films gleich mehrmals behauptet. Mit seinem Kopf ist er aber längst bei der nächsten Szene angekommen und bombardiert die Zuschauer mit den Erklärungen einer Mythologie, die am Ende gar nichts bedeutet.

Ärgerlich ist das auch deswegen, weil The House with a Clock in Its Walls die Vollendung des Zaubers immer wieder in Aussicht stellt. Immerhin reden wir hier von einem Film, der uns in seinem atemberaubendsten Augenblick das ganze Universum in einem verwunschenen Garten erleben lässt, während Cate Blanchett den Saturn mit seinen mächtigen Ringen auf der Spitze ihres Regenschirms balanciert. Zum Staunen bleibt aber keine Zeit, denn die Uhr tickt. Es wirkt ein bisschen so, als wäre Eli Roth seiner selbst geschaffenen Bedrohung in den Wänden unterlegen. Auch Jack Black, der sich nach Goosebumps zum zweiten Mal als Märchenonkel mit einem schaurigen Geheimnis empfiehlt, findet keinen Weg aus diesem unbefriedigenden Labyrinth. Stattdessen stürmt er vergebens durch das Haus – in der Hoffnung, endlich den Ursprung des Tickens ausfindig zu machen. Wenn er ihn dann gefunden ist, spielt es jedoch keine Rolle mehr.

The House with a Clock in Its Walls © Universal Pictures