Jumanji: The Next Level – Kritik

Jumanji: The Next Level

Als Sony vor zwei Jahren sein Jumanji-Reboot gegen Star Wars: The Last Jedi an den Kinokassen antreten ließ, schien der Verlierer so gut wie sicher. Über zwei Dekaden nach dem Original mit Robin Williams war der Enthusiasmus hinsichtlich einer Neuauflage nur bedingt vorhanden. Dennoch konnte das Jumanji-Update die Sternenkrieger in puncto Einspielergebnis einigermaßen in Schach halten. Jumanji: Welcome to the Jungle spielte weltweit rund 960 Millionen US-Dollar ein und traf fraglos einen Nerv beim Publikum, das nicht nach einem altmodischen Abenteuer-Blockbuster sehnte. Die Fortsetzung war da nur noch eine obligatorische Frage.

Mit Jumanji: The Next Level kehrt Regisseur Jake Kasdan nun zurück zu jenem wiederbelebten Franchise und stürzt sich gemeinsam mit seinen Figuren in ein neues Abenteuer, das aus der Distanz betrachtet zwar nur bedingt funktioniert, im Moment der Entscheidung aufgrund seiner Energie aber durchaus ansteckend ist. Wie schon beim ersten Teil ist das vor allem auf das hoch motivierte Ensemble zurückzuführen: Dwayne Johnson, Karen Gillan, Kevin Hart und Jack Black, die im Videospiel Jumanji als Avatare der eigentlichen Protagonisten des Films fungieren, bleiben ein dynamisches Team und wissen, ihre Talente ergänzend einzusetzen.

Das Grundkonzept des Vorgängers bleibt damit unverändert: Erneut zehrt Jumanji von dem Humor, der aus der Körpertauschthematik resultiert und den Schauspielern mannigfaltige Möglichkeiten bietet, um mehrere Figuren in verschiedenen Körpern lebendig werden zu lassen. Worum es eigentlich in der Fortsetzung geht, spielt dabei schon bald keine Rolle mehr: Jumanji: The Next Level fühlt sich wie ein Spiel an, bei dem man gar nicht mehr zur Anleitung greifen muss, um sich der Regeln zu vergewissern. Stattdessen können es die einzelnen Spieler gar nicht abwarten, sich in ihre Startpositionen zu begeben und endlich loszulegen.

Routine dominiert dementsprechend die Ereignisse. Abwechslungsreich und kurzweilig gestalten sich derweil die einzelnen Set Pieces, die wie Herausforderungen in einem klassischen Abenteuerfilm angelegt sind, jedoch ebenso geschickt von Videospielelementen Gebrauch machen, besonders dann, wenn die Figuren ihren Weg durch ein Labyrinth aus hängenden, sich ständig in Bewegung befindenden Brücken bahnen müssen. Mitunter wirkt Jumanji: The Next Level in diesen Passagen souveräner als so manch eine tatsächliche Videospielverfilmung. Einfallsreichtum ist also definitiv vorhanden, wenngleich manche Witze zu oft wiederholt werden.

Sobald den Schauspielern in Jumanji: The Next Level die Puste ausgehen, findet Jake Kasdan trotzdem einen Weg, um den Schwung zu bewahren. Sein größter Joker: Awkwafina, die zwar erst in der zweiten Hälfte in Erscheinung tritt, dafür mit jedem Einwurf das Geschehen bereichert. Immer humorvoll, manchmal berührend: Jumanji: The Next Level macht viel richtig, schlussendlich ist der amüsante Spaziergang durch den Wüstensand allerdings vergessen, sobald die Figuren den Fuß des nächsten Berges erreicht haben. Aber immerhin verspricht dieser, noch einmal ein paar aufregende, unterhaltsame Minuten.

Jumanji: The Next Level © Sony Pictures